Kurzfassung Chronik:
Das erste Ausrücken der Ortsmusik
Erla-Kloster war 1896 bei der Segnung des Bildstöckls
in der Steinwand. 1896 ist also das Gründundsjahr
des Musikvereines Erla, Ferdinand Öttlbauer
Gründungs-Kapellmeister. Die Ausrückungen
der Kapelle in der Gründerzeit erfolten vor
allem zu den Auferstehungs- und Fronleichnamsprozessionen.
Johann Innerhuber hatte in der Militärmusik
Erfahrung gesammelt und übernahm 1910 die
musikalische Leitung. Leider kam er, wie auch
einige seiner Musikkameraden aus dem 1. Weltkrieg
nicht mehr heim und die Ortsmusik verstummte.
1920 gelang Franz Wirlinger ein Neubeginn und
in den Folgejahren ein großer Aufschwung
der Kapelle. 1927 wurde die erste Uniform, jene
der Kaiserjäger, angeschafft.
1930 wurde Franz Innerhuber Kapellmeister und
1935 Johann Schnetzinger, Erla, Stabführer
und Obmann. Aber der folgende 2. Weltkrieg erforderte
wieder große Opfer; 1942 war es mit dem
Musizieren wieder einmal vorbei, mehrere Musiker
kamen nach dem Kriegsende nicht mehr heim und
die sorgsam weggesperrten Instrumente und Uniformen
wurden ein Raub der Russen. Mit großem Eifer
und vor allem mit der Währung Lebensmittel
gelang es Instrumente nachzuschaffen und bei der
Auferstehung 1946 wurde wieder gespielt. 1952
konnten auch wieder einheitliche Uniformblusen
besorgt und in den Folgejahren zu einer kompletten
Uniform ergänzt werden.
Franz Lettner übernahm 1960 die Stabführung
und Ferdinand Auinger 1961 die Obmannstelle. Kapellmeister
Franz Innerhuber bildete Jungbläser für
den Verein aus.
Ein großer Schritt erfolgte 1963 mit der
Anschaffung der auch heute noch aktuellen Tracht.
Im selben Jahr wurde Heinz Schnetzinger Kapellmeister
und führte die breite Jungmusikerausbildung
weiter fort. 1969 wurde Hubert Auinger Kapellmeister
und 1970 Karl Nenning, der bis 1988 durch seine
intensive Jungbläserausbildung den Mitgliederstand
nahezu verdoppeln konnte. Dabei wurde der Probenraum
im Gasthaus Leopoldine Mayr zu klein und bis Herbst
1977 wurde das Musikheim am Dorfplatz errichtet
- unter Mithilfe der Musiker, der Funktionäre
und zahlreicher freiwilliger Helfer, sowie mit
finanzieller Unterstützung der Gemeinde und
des Blasmusikverbandes. Im Juli 1978 wurde das
Musikheim feierlich seiner Bestimmung übergeben.
Obwohl sich am 1.1.1971 die Gemeinde St. Pantaleon
und die Gemeinde Erla zur Gemeinde St. Panatleon-Erla
vereinigten wurde der Musikverien Erla - wie auch
die Freiwillige Feuerwehr Erla - eigenständig
weitergeführt.
1976 wurden einerseits die 2-jährlichen Schlossfeste
im Park und im Schüttboden der Familie Goldschmidt
und andererseits ab 1978 Konzertreisen nach Frankreich,
nach Belgien (Orp le Grand) und Bayern ( Waltenhofen
im Allgäu) begonnen und zur ständigen
Einrichtung entwickelt. Die Beziehung mit Sillé
le Guillaume, nahe Le Mans, Frankreich, mündete
1990 in eine offizielle Partnerschaft der beiden
Gemeinden.
1996 feierte der Musikverein Erla sein 100-jähriges
Bestandsjubiläum im Rahmen eines Bezirksmusikfestes.
Auf Initiative des damals designierten und im
Herbst 1996 einstimmig zum Obmann gewählten
Hubert Schwediauer fand das Frühjahrskonzert
im Jubiläumsjahr erstmalig in der Tennishalle
in Breitfeld statt. Der eindrucksvolle Rahmen
und die gute Akustik entschädigen nun die
Musiker für die beträchtliche Mehrarbeit
und den Verein für die Mehrkosten.
Die Jahrtausendwende wurde mit einem Fest für
alle am Dorfplatz Erla gefeiert und 2001 wurde
ein Riesenflohmarkt abgehalten. Das Spiel in kleinen
Gruppen, die nun jährlichen Kirchenkonzerte
am Beginn des Advents und die wiederholten Auszeichnungen
bei den Wertungspielen des Blasmusikverbandes
zeugen vom großen und ungebrochenen Eifer
in der Kapelle. Vor allem auch die zahlreichen
Mädchen und Burschen mit sehr guter Musikschulausbildung
lassen den Verein beruhigt in die Zukunft blicken.
In bleibender Erinnerung der Teilnehmer bleiben
die Reise nach Rom zur Fronleichnamsprozession
der deutschsprachigen Gemeinde des Campo Teutonico
im Vatikan 2002 und der Ausflug in die Kulturhauptstadt
Graz mit einem abendlichen Konzert im Landhaushof.
Mit Jahresbeginn 2004 übergab nun Karl Nenning
die Kapellmeisterstelle nach mehr als 33 Jahren
an Christian Sadleder. Karl Auinger jun. übernahm
die Organisation des Schlossfestes von Franz Lettner
und bei der Generversammlung am 2. April 2004
wurde Dipl. Ing. Florian Himmelbauer zum Obmann
des Musikvereines Erla gewählt.
Anfang Juli 2004 konnte der Musikverein ein „Schönwetter-Schlossfest“ veranstalten und Mitte August 2005 erfolgte die Konzertreise nach Sillé le Guillaume und ins Euro-Disneyland. Am 23 Mai 2006 erhielt der Verein den Ehrenpreis des Landes NÖ in Bronze und am darauffolgenden Tag startete die Belgienreise nach Orp le Grand. Der offizielle Beschluß der Partnerschaft zwischen der Société Royale Les Fanfares d’Orp und dem Musikverein Erla sowie zwei begeistert aufgenommene Konzerte im Rahmen des 135-Jahr-Jubiläums waren die Höhepunkte. Vom 7. bis 9. Juli gab es wieder das Schloßfest.
Ende Juli 2007 erhielten wir Besuch von "les amis d'Erla" aus Sillé, gemeinsam mit der Musikkapelle aus dem Nachbarort Mont-Saint-Jean.
Die nächste Herausforderung für den Verein wird der Umbau des Musikheimes in den kommenden Jahren sein.
Der Tradition
verpflichtet und dem Neuen aufgeschlossen zu sein,
das wird die Herausforderung auch der kommenden
Jahre sein. |