 |
St. Pantaleon
ist auch am Weitwanderweg des St. Jakobsweges
angeschlossen, nähere Information hierüber
im Buch von Lindenthal, Peter: Auf
dem Jakobsweg durch Österreich. 4. Aufl.
2003. 188 S. m. 78 farb. Fotos u. 79 Ktn.
21 cm. Kartoniert. 369gr. ISBN: 3-7022-2199-9,
KNO-NR: 07 93 94 07 -TYROLIA- € 21,90
|
Durch die "Schneeglöckerlwälder"
um St.Pantaleon/Erla
Pirschgang zum Wildgehege "Weite
Lacke"
Wenn Sie des Schifahrens langsam
müde werden und Ihnen die überfüllten Pisten keine
allzu große Freude mehr bereiten, wenn Sie sich
nach dem ersten Grün, den ersten Frühlingsboten
sehnen, dann unternehmen Sie einen beschaulichen
Pirschgang in die Donauauen um St. Pantaleon-Erla.
Bedingt durch die fast regelmäßig auftretenden
Hochwasser, entfaltet sich in diesem naturbelassenen
Forstgebiet bereits im zartesten Frühjahr eine
Flora von außergewöhnlicher Vielfalt und Üppigkeit.
Anfahrt: A 1 Abfahrt
St. Valentin, beim Holiday vorbei Richtung Mauthausen,
bis Abzweigung St. Pantaleon-Erla.
Ausgangspunkt: Pfarrkirche St. Pantaleon.
Schon die alten Römer hatten
jahrelang mit dem Hochwasser zu kämpfen, bis sie
ihr Legionslager entnervt räumten und nach Lorch
verlegten. St. Pantaleon, ein altes Haufendorf,
das bis 1400 Zwieselkirchen genannt wurde, liegt
am Rande dieses Überschwemmungsgebietes. Die gotische
Pfarrkirche (kostbare Altäre und Reliefs, "Bachlechnerkrippe")
ist sehenswert. Sie wurde im 15. Jhdt. anstelle
einer Doppelkapelle errichtet, deren Krypta (Kapitelle
von höchstem Kunstwert, romanische Baureste in
der Taufkapelle) noch erhalten ist. An der Kirchenrückseite
(Landgasthof Winklehner) wollen wir mit unserer
Auwanderung beginnen und folgen dem Straßerl in
nördlicher Richtung zum bereits sichtbaren Wegkreuz,
wo wir rechts einschwenken (Richtung Gasthaus
Pilz) und entlang des Hauptweges in die Au spazieren.
Sie präsentiert sich bereits Anfang März von ihrer
schönsten Seite. Millionen von der Sonne wachgekitzelter
Schneeglöckerln verzaubern den Waldboden in einen
riesigen Blütenteppich. Abzweigende Seitenwege
sind durch Schranken gesperrt, bald schiebt sich
eine Sperrstange auch über unseren Hauptweg. Wir
folgen dem gleich dahinter links abzweigenden
Pfad zur Biberlacke. Naturverbundene Hobbyangler
haben den idyllischen Seerosenteich in Pacht und
Pflege. Bei einem liebevoll errichteten Rastplatzerl
sollte man kurz verweilen und die romantische
Kulisse genießen. Und wenn wir uns besonders ruhig
verhalten, erblicken wir vielleicht den "Star"
unter den Teichbewohnern: einen prachtvollen,
9 kg schweren Goldfisch. Vom Hochstand nördlich
der Lacke überqueren wir einen Fahrweg und folgen
einer Wiesenschneise westwärts zum nächsten Fahrweg,
der uns zur Donau leitet. Bei einem Schwemmbach
erklimmen wir den Hochwasserdamm. Vom gegenüberliegenden
Ufer grüßen das Fischerdorf Au, rechts der Kirchturm
von Naarn. Entlang des Dammes marschieren wir
stromabwärts. Der Großteil ist abgesenkt; das
ist die Überströmungsstrecke, über die bei Hochwasser
die Wassermassen abfließen sollen. Dahinter schafft
das Augebiet ideale Lebensbedingungen für die
Tierwelt. Am Ende der Uberlaufstrecke bietet ein
Brückerl Gelegenheit, den Schwemmbach zu überqueren.
Wir folgen dem Fahrweg zurück in die Au, wenden
uns aber bei der ersten Wiesenschneise nach links,
einem Gatter zu. Klettert man den Hochstand Nr.
3 (eigentlich Nr. 31) hoch, sieht man die "Weite
Lacke", das größte Wasserreservoir innerhalb der
Au, um die ein Wildgehege angelegt wurde. Dieses
beherbergt sämtliche Damwildarten und Rudel von
Wildschweinen. Es lohnt sich, sich leise am Zaun
entlangzupirschen. Die Hochstände Nr. 32 und 33
bieten gute Beobachtungspunkte. Dann wird es langsam
Zeit, die geheimnisvolle Einfriedung zu verlassen,
und wir wenden uns, vorbei am Hochstand 35, dem
Hauptweg zu, welcher uns aus der Au hinausleitet.
An der Erlabachbrücke bieten sich für den restlichen
Streckenabschnitt zwei Varianten an: entweder
über den Ort Erla (sehenswerte ehem. Benediktinerstiftskirche
und -stiftsgebäude) oder entlang des Erlabaches.
Gehzeit: 3 Stunden. Wegbeschaffenheit:
Treppel-, Au- und Wiesenwege
Dieses Wanderbuch , sowie drei
weitere Bände von Michael Wasner, sind bei Tips,
Promenade 23, 4010 Linz, Frau Göbl, Tel. 0732/7805-290
DW (e-mail: e.goebl@tips.at)
erhältlich. |